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Wenn das Herz stehen bleibt, ist schnelle Hilfe gefragt – mit Reanimation Leben retten

medplus
2021-10-06 11:30:00 / Blog
Wenn das Herz stehen bleibt, ist schnelle Hilfe gefragt – mit Reanimation Leben retten - Mit Reanimationsmaßnahmen Leben retten | medplus Blog

In Deutschland erleiden jährlich über 65.000 Menschen einen akuten Herz-Kreislauf-Zusammenbruch erleiden, konstatiert die Deutsche Herzstiftung. Die Überlebenschancen seien dabei gering, denn nur 5 bis 10 Prozent der Wiederbelebungsversuche verlaufen erfolgreich.

In einem Artikel verweist die Zeit darauf, dass es in Deutschland durchschnittlich circa 7 Minuten dauert, bis der Rettungswagen in einer solchen Situation eintrifft. Das sei viel zu lange, denn bereits nach 3 Minuten ohne erfolgte Reanimationsmaßnahmen kann das Gehirn irreversibel geschädigt sein.

Um Leben zu retten, ist in derartigen Situationen richtiges und vor allem schnelles Handeln von immenser Bedeutung. In unserem Ratgeberbeitrag erfahren Sie deshalb, wie Sie die lebensrettenden Reanimationsmaßnahmen durchführen und worauf Sie achten müssen. So sind Sie auf den Ernstfall bestens vorbereitet.

Inhaltsverzeichnis

Schnelligkeit & Qualität der Reanimationsmaßnahme sind entscheidend

Rettungswagen im Dienst

Die Überlebenswahrscheinlichkeit von Patienten mit einem Herz-Kreislauf-Zusammenbruch hängt im Wesentlichen von der Schnelligkeit und der Qualität der Wiederbelebungsmaßnahmen ab. Jede Minute, die ohne eine lebensrettende Herzdruckmassage verstreicht, senkt die Überlebenschance um mindestens 10 Prozent. Dabei reichen bereits drei bis fünf Minuten ohne Reanimationsmaßnahmen aus, um das Gehirn dauerhaft zu schädigen.

Aufgrund dieser kurzen Zeitspanne ist besonders das richtige Handeln von Ersthelfern entscheidend. Diese sind in der Regel medizinische Laien, die sich häufig von der nervenaufreibenden Situation überfordert fühlen.

Die Deutsche Herzstiftung sowie der Deutsche Rat für Wiederbelebung (GRC - German Resuscitation Council>) setzen sich deshalb für eine bessere Aufklärung der Bevölkerung ein. Darüber hinaus unterstützt, fördert und harmonisiert der GRC die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Personen und Organisationen, die sich mit den Aspekten von Reanimationsmaßnahmen beschäftigen.

Arten von Reanimation

Eine schnelle Wiederbelebung ist von höchster Bedeutung, wenn die Sauerstoffversorgung lebenswichtiger Organe unterbrochen ist. Dies kann der Fall in Folge eines Herzstillstands sein oder durch eine zu schwache Pumpleistung des Herzens hervorgerufen werden.

Die Reanimation besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: der Herzdruckmassage und der Mund-zu-Mund- bzw. Mund-zu-Nase-Beatmung, auch Atemspende genannt. Durch diese soll die Sauerstoffversorgung von Gehirn und anderen Organen wiederhergestellt und die Zeit, bis der Rettungsdienst ankommt, überbrückt werden.

Experten unterscheiden zwischen zwei Arten der Wiederbelebung: den Basismaßnahmen und den erweiterten Reanimationsmaßnahmen.

Basismaßnahmen – Basic Life Support (BLS)

Auch als Basic Life Support (BLS) bekannt, können und sollen diese auch von medizinischen Laien durchgeführt werden. Folgende Reihenfolge ist dabei zu beachten:

  • Patient ansprechen und seine Reaktion prüfen
  • Atmung und Herzschlag bzw. Puls überprüfen
  • Notruf absetzen
  • Sofort mit der Herzdruckmassage und Atemspende fortfahren, bis der Rettungsdienst eintrifft
  • Sofern vorhanden, kann auch ein automatisierter externer Defibrillator (AED) zum Einsatz kommen

Erweiterte Reanimationsmaßnahmen – Advanced Life Support (ALS)

Der sogenannte Advanced Life Support (ALS) darf nur von geschultem, medizinischem Personal durchgeführt werden, wie z.B. Notärzten und Rettungssanitätern.

Mithilfe von Defibrillatoren sowie Medikamenten wird versucht, das Herz des Patienten zu stabilisieren und wieder in seinen normalen Rhythmus zu bringen. Außerdem werden die Atemwege gesichert und ein venöser Zugang gelegt, während parallel die Basis-Reanimationsmaßnahmen weitergeführt werden.

Reanimationsmaßnahmen ausführlich erklärt - so gehen Sie richtig vor

Beobachten Sie den Zusammenbruch einer Person oder sind anderweitig in die Situation involviert, gehen Sie wie folgt vor:

Bewusstsein, Atmung, Herzschlag prüfen

Prüfen Sie zuerst, ob der Patient bei Bewusstsein ist, atmet und ein Puls vorhanden ist. Dazu schütteln Sie ihn leicht und sprechen ihn laut an, z.B. „Hallo, hören Sie mich?“

Um die Atmung zu kontrollieren, legen Sie den Patienten mit dem Rücken auf den Boden, überstrecken seinen Kopf leicht nach hinten und heben sein Kinn. Überprüfen Sie anschließend, ob sich Fremdkörper oder Erbrochenes in Mund und Rachen befinden, und versuchen Sie, diese zu entfernen.

Halten Sie nun Ihr Ohr über Nase und Mund des Patienten, sodass Sie einen Atemzug hören und fühlen könnten. Richten Sie währenddessen Ihren Blick auf den Brustkorb. Dadurch können Sie beobachten, ob sich dieser hebt und senkt.

Führen Sie die Atemkontrolle mindestens 10 bis 15 Sekunden durch, um eine mögliche verlangsamte Atemfrequenz, eine sogenannte Bradypnoe, zu bemerken.

Gut zu wissen: Symptome für eine mangelnde Sauerstoffversorgung sind Bewusstlosigkeit, Atemstillstand, Schnappatmung (unkontrollierte Zwerchfellzuckungen) sowie ein fehlender oder zu schneller Herzschlag.

Notruf absetzen

Alarmieren Sie den Notarzt (112) oder fordern Sie umstehende Personen dazu auf. Beantworten Sie dabei folgende Fragen:

  • Wo ist etwas passiert?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Menschen sind beteiligt bzw. wie viele sind verletzt?
  • Welche Verletzungen haben die Personen?
  • Wer ruft an?

Warten Sie anschließend unbedingt auf Rückfragen, bevor Sie auflegen.

Herzdruckmassage durchführen

Beginnen Sie anschließend sofort mit den Reanimationsmaßnahmen. Dazu legen Sie den Patienten flach auf einen harten Untergrund und entblößen seinen Oberkörper.

Knien Sie sich seitlich neben ihn und setzen Sie Ihre Handballen auf die Mitte des Brustbeins. Die zweite Hand liegt auf der ersten, die Finger sind ineinander verschränkt.

Nun beugen Sie sich mit gestreckten Armen senkrecht über die Brust der Person und beginnen, rhythmisch auf deren Brustkorb zu drücken. Versuchen Sie, eine Frequenz von 100 bis 120 Kompressionen pro Minute zu halten. Der Song „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees bietet eine gute Orientierungsstütze.

Atemspende

Führen Sie alle 30 Kompressionen sich zwei Atemspenden durch. Diese erfolgen per Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung.

Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt Laien jedoch, auf die Atemspende zu verzichten. Unter anderem führt sie als Begründung an, dass viele Menschen von einer solchen Ausnahmesituation derart überfordert seien, dass sie die einzelnen Schritte vergäßen oder durcheinanderbrächten. Viele täten deshalb gar nichts, um keine Fehler zu machen. Darüber hinaus haben viele Betroffene in der Frühphase kein Sauerstoff-Mangel-Problem, sondern ein Sauerstoff-Transport-Problem.

Geübte Ersthelfer gehen wie folgt vor:

Mund-zu-Mund-Beatmung

Für die Mund-zu-Mund-Beatmung greifen Sie mit einer Hand nach dem Kinn der bewusstlosen Person und ziehen dieses behutsam nach oben. Dadurch wird der Kopf leicht überstreckt. Halten Sie mit dem Daumen der gleichen Hand den Mund der betroffenen Person geöffnet. Die zweite Hand legen Sie auf die Stirn und verschließen mit Daumen und Zeigefinger die Nase.

Atmen Sie nun normal ein und drücken Sie anschließend Ihren Mund weit geöffnet auf den Mund der bewusstlosen Person. Blasen Sie Ihre Ausatemluft für etwa eine Sekunde in den Bewusstlosen. Dessen Brustkorb muss sich dabei merklich heben. Anschließend lösen Sie Ihren Mund wieder und beobachten, ob sich der Brustkorb wieder senkt.

Mund-zu-Nase-Beatmung

Wenn Sie anstatt der Mund-zu-Mund- eine Mund-zu-Nase-Beatmung durchführen, überstrecken Sie dazu ebenfalls den Kopf des Patienten leicht. Legen Sie Ihre Hand auf die Stirn des Betroffenen und schieben Sie diese leicht nach hinten. Die andere Hand zieht unterdessen das Kinn der Person leicht nach oben und legt den Daumen unter die Unterlippe, um diese fest an die Oberlippe zu pressen. Die anderen Finger halten Sie unter das Kinn.

Nun atmen Sie normal ein und umschließen mit Ihren Lippen die Nase der bewusstlosen Person. Blasen Sie etwa eine Sekunde Ihre Ausatemluft in die Nase und beobachten Sie anschließend aufmerksam, ob sich der Brustkorb hebt und wieder senkt.

Wiederholen Sie den Vorgang ein weiteres Mal und fahren Sie anschließend mit der Herzdruckmassage fort.

Tipp: Um Infektionen zu vermeiden und um sich selbst zu schützen, legen Sie ein dünnes Tuch oder ein Beatmungstuch über den Mund und die Nase der betroffenen Person.

Führen Sie den 30:2-Zyklus solange fort, bis der Notarzt eintrifft. Wenn noch ein weiterer Ersthelfer anwesend ist, kann es sinnvoll sein, wenn Sie sich nach jedem 30:2-Zyklus abwechseln, denn: Eine Reanimation kann für Ersthelfer sehr anstrengend werden.

Wichtig: Bei der Reanimation von Babys und Kindern beginnen Ersthelfer erst mit einer Atemspende und danach folgt die Herzdruckmassage. Der Grund dafür besteht darin, dass Kinder häufig wegen einer Atembehinderung, z.B. durch einen verschluckten Gegenstand, ihr Bewusstsein verlieren. Erwachsene hingegen erleiden meist ein Herz-Kreislauf-Versagen. Mehr Informationen zur Reanimation von Babys und Kindern finden Sie auf der Seite der Organisation Deutsches Rotes Kreuz.

Defibrillatoren als wichtige Helfer im Notfall

An vielen zentralen öffentlichen Einrichtungen und Plätzen sind mittlerweile automatisierte externe Defibrillatoren, auch AEDs genannt, angebracht. Auch Sportorganisationen, wie zum Beispiel Fußballvereine, rüsten ihre Sicherheitsausstattung immer weiter auf, sodass mehr und mehr AED Defibrillatoren zum Standardequipment zählen.

Befindet sich ein solcher Defibrillator in Ihrer Nähe, können Sie diesen für die Reanimation einsetzen. Beachten Sie aber, dass dazu mindestens zwei Ersthelfer vor Ort sein müssen, um die lebensrettenden Maßnahmen nicht zu unterbrechen. Ein automatisierter externer Defibrillator darf die Herzdruckmassage nicht verzögern und ersetzt diese auch nicht.

Um den Defibrillator (AED) für die Reanimationsmaßnahmen einzusetzen, schalten Sie diesen ein. Markierungen auf den Elektroden und am Gerät selbst unterstützen Sie dabei, die Elektroden richtig auf den Brustkorb des Bewusstlosen zu positionieren. Nun analysiert der Defibrillator den Herzschlag und gibt Ihnen Sprachanweisungen. Liegt zum Beispiel Kammerflimmern vor, werden Sie bei einem halbautomatischen AED aufgefordert, einen Elektroschock auszulösen.

Führen Sie während der gesamten Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, die Herz-Druck-Massage fort und unterbrechen Sie diese nur, wenn Sie der Defibrillator explizit dazu auffordert.

Vorbereitet auf den Notfall

Ein reibungsloser Ablauf der Rettungskette ist während eines Notfalls von hoher Bedeutung. Neben schnellem Handeln ist diese ausschlaggebend für die Überlebenschancen der betroffenen Person.

Der Deutsche Rat für Wiederbelebung hat die Aufklärung, Ausbildung und Forschung im Bereich Wiederbelebung und Reanimation zu seiner Hauptaufgabe erklärt. Im Jahr 2021 publizierte er diesbezüglich seit 1992 zum 7. Mal Leitlinien zur Reanimation. Darin stellt er Therapieempfehlungen und wissenschaftliche Erkenntnisse vor.

Auch die Deutsche Herzstiftung setzt sich für eine bessere und gezieltere Aufklärung ein, denn die Todesfälle infolge nicht erfolgter oder unzureichender Reanimationsmaßnahmen seien immer noch erschreckend.

Wir empfehlen Ihnen daher, sich regelmäßig über Reanimationsmaßnahmen zu informieren und Schulungen zu besuchen. Seien Sie vorbereitet für den Ernstfall, damit Sie gewissenhaft, ruhig und bedacht handeln können.

Als Gedankenstütze bieten wir Ihnen unser Reanimations-Merkblatt. Dieses können Sie in Ihrer Praxis, Klinik oder Ihren Therapieräumen aushängen, auslegen oder unterwegs mit sich tragen. Außerdem finden Sie in unserem Online-Shop AED Defibrillatoren, die bereits in öffentlichen Einrichtungen wie Fußballplätzen, Einkaufscentern und Parks zu Lebensrettern werden.

Speziell für Fußballvereine bieten wir außerdem in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Fußball-Verband den Direktkauf von AED Defibrillatoren zu Vereinskonditionen an.


Quellennachweise