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Mit der Massagepistole Muskelschmerzen „wegschießen“ – Expertentipps und Erfahrungsbericht einer Physiotherapeutin

medplus
2021-11-03 11:30:00 / Blog
Mit der Massagepistole Muskelschmerzen „wegschießen“ – Expertentipps und Erfahrungsbericht einer Physiotherapeutin - Massagepistolen – Wie sinnvoll sind sie wirklich? | medplus

Die Massagepistole gewinnt immer mehr an Beliebtheit, nicht zuletzt wegen der einfachen Bedienbarkeit. Ein kleines Gerät mit großer Wirkung. Basierend auf dem Prinzip der perkussiven Therapie schafft die Massagepistole bei Verspannungen und anderen Beschwerden zielgerichtet und schnell Abhilfe. In unserem zweiten medplus-Exklusiv-Interview gibt Physiotherapeutin Conny*, die bereits seit vielen Jahren täglich mit der Massagepistole arbeitet, diesmal hilfreiche Tipps im Umgang mit der Wunderwaffe und klärt über mögliche Risiken auf.

Massagepistole sinnvoll am Rücken angewendet

medplus: Gerade für Laien wird der Gebrauch der Massagepistole ja durchaus empfohlen, denn wenn man behutsam anfängt, kann nicht viel falsch gemacht werden. Zudem kann man somit gezielt gegen seine Muskelbeschwerden vorgehen– stimmst du da zu oder wer, denkst du, eignet sich mehr als Zielgruppe?

Conny: Alle! Jeder sollte sich selbst damit behandeln, so gut es geht, wo man eben selbst rankommt. Andernfalls gerne einen Freund oder den Partner regelmäßig zum Massieren heranziehen. Sinnvoll ist es in jedem Fall, ich erkläre auch im weiteren Verlauf gerne genau, wie man die Massagepistole richtig anwendet und warum sie so effektiv ist.

medplus: Darauf haben wir gehofft, nämlich, dass du uns die Tricks für einen geschickteren Umgang mit der Massagepistole verrätst. Die Perkussionstherapie mit der Massagepistole verspricht eine nachhaltigere Massagewirkung, durch die auch Verhärtungen und Verspannungen im tiefen Gewebe gelockert werden – inwiefern trifft das zu?

Conny: Das stimmt, denn man kann viel genauer und gezielter arbeiten als bei einer herkömmlichen Massage mit den Händen. Dazu muss man den zuständigen Muskel finden, auf einer langsamen Frequenz starten und dann immer höher gehen, bis die passende Stufe gefunden ist. Dabei immer darauf achten, ohne Druck zu arbeiten. Ob der Muskel dabei längs oder quer bearbeitet wird, spielt keine Rolle – Hauptsache sachte anfangen und bei Bedarf steigern. Auf diese Weise wird der verspannte Bereich innerhalb kurzer Zeit sehr effizient behandelt.

medplus: Okay, das klingt doch recht vielversprechend. Wie viele Behandlungen wären denn nötig und inwiefern lässt sich das mit herkömmlichen Massagen vergleichen?

Conny: Da es so viele unterschiedliche Massagearten gibt, ist ein Vergleich sehr schwierig. Einzig zu speziellen Techniken der Applied Kinesiology (AK) - auf diese ganzheitliche Behandlungsmethode bin ich ja im letzten Gespräch bereits eingegangen - lässt sich hier eine Verbindung schaffen, genauer gesagt zur NIT – Neuroceptor Impulse Technique. Hier werden sogenannte funktionelle Störungen durch gezielte Stimulationsimpulse behoben und korrigiert. Das Verfahren wirkt über Rezeptoren des Nervensystems und kann über dieses Einfluss auf das Muskel- oder Fasziengewebe nehmen.

Ein weiterer Vergleich wäre mit der bewährten Tuina-Massage möglich. Dabei streicht der Physiotherapeut mit den Fingern und dem Handballen entlang der Körpermeridiane und Muskelstränge. Zudem sind schiebende und rollende oder reibende Bewegungen sowie rhythmisches Klopfen mit der Handkante Teil der Tuina – letzteres kommt wohl am ehesten an die Perkussionswirkung einer Massagepistole heran.

Wie viele Behandlungen nötig sind, ist von Patient zu Patient unterschiedlich und hängt immer vom Grad der Beschwerden ab. Manche Menschen vertragen die Behandlung mit der Massagepistole aber nicht und verspannen dabei noch mehr als vorher. Am besten immer erstmal den Physiotherapeuten des Vertrauens fragen und das Gerät dort auch ausprobieren.

medplus: Bedeutet der Einsatz der Massagepistole tatsächlich eine Zeitersparnis in der Physiotherapie? Gibt es noch weitere Vorteile?

„Ich stamme aus einer Handwerkerfamilie und war schon immer ein Fan von Werkzeugen.“

Massage mit den Händen

Conny: Mit der Massagepistole geht die Arbeit als Physiotherapeutin im wahrsten Sinne des Wortes leichter von der Hand, da mit dem Gerät wesentlich gelenkschonender gearbeitet werden kann. Ich stamme ja aus einer Handwerkerfamilie und war schon immer ein Fan von Werkzeugen, die die Arbeit merklich erleichtern. (lacht) Insofern ist die Behandlung schon effektiver und schneller als bei einer herkömmlichen Massage – man schafft mehr in kürzerer Zeit.

Zur Erklärung: Es geht natürlich schneller, wenn die Verspannung innerhalb weniger Minuten gelöst wird, als wenn man das Gewebe erst einmal 20 Minuten weichklopfen muss. Wenn die zu behandelnde Körperregion dann schon im ersten Drittel der Sitzung weich genug ist, lässt sich die restliche Zeit der Sitzung für weiterführende Maßnahmen nutzen. So entsteht eine effizientere Therapie-Einheit.

medplus: In dem Zusammenhang: Wie lange sollte man mit der Massagepistole eine Körperstelle behandeln?

Conny: Eine Dauer von 2 Minuten pro Körperstelle ist schon ein guter Richtwert. Aber auch hier gilt, wie so oft in unserem Leben, am besten immer in Bewegung bleiben. Bei der Behandlung mit der Massagepistole lieber sanft anfangen und wie gewohnt mit Maß und Mitte arbeiten, als direkt mit viel Power oder gar Druck auf die Gewebepartie zu gehen. Sonst können Nerven schnell überreizen und das kann zu Entzündungen führen.

„Am besten so viel Bewegung wie möglich einbringen!“

Gut ist es auch, wenn man die Massagepistole auf den Muskel hält, diesen gleichzeitig bewegt und dabei die Massagepistole hin und her schiebt – je mehr Bewegung im Spiel ist, desto effizienter ist die Massage. Grundsätzlich aber gilt: Entweder den Muskel oder die Massagepistole bewegen – beides zusammen ist noch effektiver, aber nicht immer so leicht möglich.

medplus: Passend zum Thema Bewegung, wie ist der Einfluss auf das Fasziengewebe?

Conny: Der Einfluss auf das Fasziengewebe ist durchaus positiv. Das Gewebe wird hier ordentlich weichgeklopft, wie beim Schnitzel klopfen. Durch die flächige und tiefer greifende Wirkung wird das Fasziengewebe gut durchfeuchtet, die Gewebeflüssigkeit also besser verteilt. Somit wird eine Diffusion im Gewebe angeregt und die Fasern richten sich wieder auf das Optimale aus. Wir haben im vorigen Gespräch ja schon gelernt, dass Faszien zum größten Teil aus Wasser und Kollagenfasern bestehen. Und sie wollen sowohl regelmäßig bewegt als auch befeuchtet werden, um geschmeidig zu bleiben, ihre gitterartige Struktur beizubehalten und nicht zu verkleben.

medplus: Wenn du regelmäßig sagst, was rätst du, wie oft sollte man seine Faszien mit der Massagepistole bearbeiten?

„Zwei bis drei Tage Muskelkater sind normal.“

Conny: Da gibt es keine Empfehlung. Je nach Gusto kann die Massagepistole so oft es gefällt eingesetzt werden. Man darf das Gewebe nur nicht überreizen. Normaler Muskelkater von zwei bis drei Tagen ist nach der Behandlung üblich und ganz natürlich – egal bei welcher Behandlung. Wenn der Muskelkater länger andauert, kann jedoch eine Überreizung vorliegen, doch muss man dies ebenfalls immer mit einrechnen. Wenn der Körper jedoch empfindlich reagiert, ist davon abzusehen. In jedem Fall immer auf den eigenen Körper hören und entsprechende Pausen einlegen, um das Gewebe auch mal ruhen zu lassen.

Muskelkater entsteht häufig durch eine Überbelastung der Muskulatur – beispielsweise nach dem Sport oder anderen, eher ungewohnten körperlichen Aktivitäten. Üblicherweise setzen die Schmerzen erst einige Stunden später ein. Die Annahme, dass ein steigender Lactatspiegel in der betroffenen Muskelpartie für die Schmerzen verantwortlich ist, gilt mittlerweile als überholt. Als Ursache der Symptome gelten hauptsächlich feinste Risse in den Muskelfasern sowie darauffolgende mikroskopisch kleine Entzündungsherde mit Flüssigkeitsansammlungen, die sogenannten Ödeme. Dadurch schwillt der Muskel an und lässt sich kaum schmerzfrei bewegen. Ein weiterer, jedoch eher zweitrangiger Faktor ist die Muskelerschöpfung.

medplus: Wie gut hilft die Behandlung mit der Massagepistole bei Muskelkrämpfen?

Conny: Auch bei Krämpfen kann die Anwendung der Massagepistole durchaus hilfreich sein, da das Durchschütteln des Gewebes eher beruhigend wirkt. Ähnlich wie das Wiegen eines Babys. Hierbei ist es besonders wichtig, mit niedrigen Geschwindigkeiten zu arbeiten. Höhere Frequenzen führen zu einer gesteigerten Anspannung im Muskel und wirken in diesem Falle kontraproduktiv. Die Behandlung mit einer geringeren Stufe hingegen entspannt das Gewebe.

medplus: Kann man mit einer Massagepistole tatsächlich Muskelkater vorbeugen? Wenn ja, warum ist das so und wie funktioniert das?

Conny: Ja, eine Massagepistole hilft, Muskelkater vorzubeugen, denn mit dem Gerät kann vor dem Training die Muskulatur in den optimalen Zustand versetzt werden. Auch hier kommt wieder die richtige Frequenz zum Tragen. Das bedeutet, wenn das Gewebe vorher verspannt ist, dann entspannt es sich durch eine Behandlung auf niedriger Frequenz. Wenn vorher nicht genug Spannung im Muskel vorherrscht, dann wird durch eine Behandlung auf höherer Frequenz der Muskel unter Spannung gesetzt, sozusagen aufgeweckt.

medplus: Die Perkussionstherapie soll zusätzlich die Durchblutung und den Lymphfluss anregen – stimmt das und inwiefern nimmt dies Einfluss auf die Regeneration des Muskelgewebes?

Therapeutisches KletternConny: Ja, die Perkussionstherapie regt Durchblutung und Lymphfluss an, wobei auch hier wieder die passende Geschwindigkeit ausschlaggebend ist. Der Lymphfluss wird eher bei niedrigen Frequenzen angeregt und begünstigt so den Abbau der Abfallstoffe. Die Durchblutung wird im Gegensatz dazu durch hohe Geschwindigkeitsstufen gefördert. Der Einfluss auf die Regeneration ist ebenfalls positiv, da so die lokale Stoffwechsellage verbessert wird. Gerade durch die Schlagtiefe der Massagepistole von ca. 1 cm ist die Wirkung intensiver und weitreichender als herkömmliche Massagen.

Ein besonderer Vorteil der Massagepistole ist, dass man an Stellen gelangt, wo man sonst nicht oder nur schwer hinkommt. Gerade an der Position seitlich am Schulterblatt am Ende der Achsel, – am teres minor und infraspinatus – die in der Physioschule liebevoll als „Dreckecke“ bezeichnet wird, ist der Einsatz einer Massagepistole sowohl sinn-, als auch wirkungsvoll. Dabei bietet der Triangelgriff der Theragun beispielsweise einen erhöhten Komfort, da unterschiedliche Grifftechniken und -positionen genutzt werden können und es so leichter wird, sich selbst zu massieren.

Dadurch, dass unsere hängenden Schultern es eigentlich nicht gewohnt sind, zu hängen, da unser evolutionsbiologischer Ursprung in der Gattung der Affen liegt, sind unsere Armmuskeln sozusagen unterentwickelt. Deswegen fehlt es uns an Stabilität im Nacken- und Schulterbereich und genau da ist der Knackpunkt. Denn die Schulter ist im Grunde ein Klettergelenk. Sie ist ein rein muskelgeführtes Gelenk und verfügt über wenig Gelenkfläche, aber sehr viele Muskelstränge, die sie stabilisieren.

„Nicht das Alter macht uns unbeweglich, sondern die Unbeweglichkeit macht uns alt!“

Gerade beim Klettern oder häufigen Arme hochnehmen entsteht wesentlich mehr Muskelbeanspruchung als wenn die Arme den ganzen Tag seitlich herunterhängen. Die Schulter- und Armmuskeln haben also nicht die Chance auf das volle Bewegungsausmaß und somit schwächen einige Muskelpartien ab, während andere überspannen. Das Kräfteverhältnis stimmt nicht mehr. Zur Erklärung: Viele Muskeln brauchen eine große Beanspruchung und die haben wir nicht, wenn die Arme hängen. Und immer daran denken: Nicht das Alter macht uns unbeweglich, sondern die Unbeweglichkeit macht uns alt!

Für jemanden, der unter Defiziten in Kraftausdauer und Mobilität im Schulter- und Wirbelsäulen- sowie Beinbereich leidet, Haltungsschwächen aufweist oder mit einem Bandscheibenvorfall zu tun hat, empfiehlt sich therapeutisches Klettern – um eine starke und stabile Schultermuskulatur zu erhalten.

Therapeutisches Klettern ist ein gesundes und vielfältiges Ganzkörpertraining, das im Rahmen der Physiotherapie Anwendung findet. Es ist sowohl motivierend als auch wirkungsvoll und trainiert dabei Geist und Körper. Im motorischen Bereich fördert es Kraft, Beweglichkeit, Körperspannung, Koordination und Gleichgewicht. Auf der psychischen Ebene hingegen steigert es Motivation, Selbstvertrauen und die Konzentrationsfähigkeit.

Ein Tipp von Conny beim Selbermachen: Wenn Sie mit der Massagepistole Ihren Schulter- und Nackenbereich rechts massieren wollen, legen Sie Ihre rechte Hand, sofern möglich, auf Ihre linke Schulter und nehmen Sie die Massagepistole in die linke Hand. So schaffen Sie automatisch mehr Platz, um die zu behandelnde Fläche auch zu erreichen. Allerdings gilt gerade im Schulterbereich und oberen Rücken, die Führung der Massagepistole lieber Ihrem Partner zu überlassen, damit Sie die betreffenden Partien besser entspannen können.

medplus: Hand aufs Herz – hilft eine Anwendung mit dem Flachkopfaufsatz einer Massagepistole gegen Cellulite?

Conny: Cellulite entsteht, hauptsächlich genetisch bedingt, wo weniger Bewegung und Durchblutung ist. Zudem hält sich aufgrund von Bewegungsmangel die Lymphe an solchen Stellen wie Oberschenkel und Po hartnäckig und kann nicht so gut abfließen. Ganz verschwinden lassen kann die Massage mit dem Flachkopfaufsatz die ungeliebten Dellen wohl nicht, aber reduzieren ist mit regelmäßigen Behandlungen – also am besten 15 Minuten täglich – durchaus möglich. Eine flächige Massagebehandlung hilft, da das Gewebe in Bewegung kommt, die Durchblutung gesteigert wird und Abbauprodukte durch die verbesserte lokale Stoffwechsellage schneller abtransportiert werden.

Die Cellulite, im Volksmund auch als Orangenhaut bezeichnet, ist eine biologische Veränderung des Unterhaut-Fettgewebes. Fast alle Frauen sind davon betroffen, dabei spielt das Körpergewicht nur eine untergeordnete Rolle. Hauptsächlich verantwortlich für die sichtbaren Dellen, die vermehrt an den Oberschenkeln und im Gesäß- und Hüftbereich vorkommen, sind genetisch bedingte Fettzellen, die sich durch die Säulenstruktur des weiblichen Bindegewebes drängen. Ein weiterer Faktor ist das weibliche Sexualhormon Östrogen. Dies sorgt dafür, dass sich Körperfett bei Frauen vordergründig an den betroffenen Stellen ansammelt. Cellulite ist keine Erkrankung, lediglich ein ästhetisches Problem, das viele Frauen weltweit beschäftigt. Männer sind im Allgemeinen nicht davon betroffen, da die Kollagenfasern im männlichen Bindegewebe über Kreuz liegen und nicht wie bei Frauen parallel ausgerichtet sind. So ist die Wahrscheinlichkeit, Fett und Wasser in den Zellen zu speichern, bei Männern von Natur aus deutlich geringer.

medplus: Apropos Flachkopf… welchen Aufsatz verwendest du für welche Muskelregion?

Conny: Das variiert je nach Fall und Bedarf. Mein absoluter Allrounder ist tatsächlich der Flachkopf. Der Kegelaufsatz eignet sich jedoch aufgrund der punktuellen Wirkung sehr gut bei Triggerpunkten. Übrigens, der Gabelaufsatz ist nicht nur für die Massage um die Wirbelsäule herum gut. Durch die zwei gleichzeitigen Auflagepunkte entsteht eine Interferenz, quasi eine Wellenüberlagerung, im Gewebe, die die Massage noch effektiver macht. Die Behandlung bietet mehr Flächenauflage und Variabilität und wirkt trotzdem punktuell.

Der gepufferte Aufsatz eignet sich für empfindliche Körperregionen, wie die Rippen. Der Kugelaufsatz gilt als eigentlicher Allrounder und wird auch oft von meinen Patienten verwendet. Jedoch haben da alle ihren individuellen Geschmack. Ich persönlich mag den Kugelaufsatz nicht so gerne, da er einfach nicht so gut gleitet, sowohl auf der Haut als auch auf der Kleidung. Bei den Aufsätzen rate ich dazu, einfach alle einmal auszuprobieren, um herauszufinden, was einem am besten gefällt.

medplus: Auf welche Ausstattungsmerkmale sollte beim Kauf einer Massagepistole geachtet werden?

„12 Geschwindigkeitsstufen sind gut, 20 sind zu viel – man muss es nicht übertreiben.“

Conny: Bei einer Massagepistole würden eigentlich vier Geschwindigkeiten oder Geschwindigkeitsbereiche ausreichen. Das wären eine langsame, zwei mittlere und eine schnelle Geschwindigkeitsstufe. 12 Stufen wären auch noch gut, 20 sind zu viel – man muss es nicht übertreiben. Gerade für mich als Physiotherapeutin ist eine lange Akkulaufzeit – bei meinem Gerät sogar bis zu 15 Stunden – sinnvoll, da die Massagepistole täglich meist zwischen vier und fünf Stunden in Gebrauch ist. Wenn der Akku nicht so lange hält, ist ein Wechselakku ebenfalls eine sehr sinnvolle Ergänzung.

Natürlich ist ein bürstenloser, leistungsstarker Motor das A und O. Dieser darf auch nicht zu laut sein oder bei längerer Verwendung heiß werden. Am besten hat der Motor auch eine Selbstkühlungsfunktion. Die Perkussionskraft darf nicht weniger werden, wenn man doch mal mehr Druck aufwendet. Sechs Aufsätze, deren Funktion ich ja bereits erläutert habe, sollten dabei sein. Das Gewicht sollte etwa bei 1 kg liegen. Man braucht schon ein bisschen Gewicht, damit das Gerät die meiste Arbeit übernimmt.

Intervallprogramme nutze ich selbst weniger. Diese Programme eignen sich eher für statische Behandlungen. So wird, auch wenn der Muskel nicht zusätzlich bewegt wird, mehr Variabilität durch verschiedene Perkussions- oder Bewegungsmuster während der Behandlung mit eingebracht.

medplus: Gibt es Fälle, wo du von dem Gebrauch einer Massagepistole (dringend) abraten würdest?

Conny: Ja, natürlich. Zu den Kontraindikationen zählen offene Wunden, Krebserkrankungen, Fieber, Entzündungen oder Osteoporose. Zudem sollte eine Person, die Blutverdünner oder Gerinnungshemmer einnimmt, sehr vorsichtig im Umgang mit einer Massagepistole sein. Wenn eine Thrombose vorliegt, darf die entsprechende Stelle auf gar keinen Fall mit der Massagepistole behandelt werden, denn sonst schickt man damit die Thrombose los!

Eine Massagepistole eignet sich also für alle, die sich selbst von Muskelverspannungen befreien wollen. Dabei stets darauf achten, langsam und sachte anzufangen und im Zweifelsfall den Physiotherapeuten seines Vertrauens zur Rate zu ziehen. Auch gerne erst in der Praxis ausprobieren. Das kleine, leistungsstarke Gerät ist ein beliebtes und bewährtes Hilfsmittel zum Lindern zahlreicher Beschwerden. Zudem erleichtert es den Alltag von Physiotherapeuten spürbar.

Damit endet unser Experten-Interview mit Physiotherapeutin Conny. Wir bedanken uns herzlich für das informative sowie spannende und unterhaltsame Gespräch.


Das Interview führte J. Guthardt im September 2021.

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