Stethoskop: “Lauschangriff” auf unseren Körper
Das “Abhören” innerkörperlicher Vorgänge kann mitunter ganz aufschlussreich bei der Diagnose von Krankheiten oder der rechtzeitigen Erkennung organischer Unstimmigkeiten sein. In dieser Hinsicht war die Erfindung des Stethoskops Anfang des 19. Jahrhunderts in Frankreich ein echter Durchbruch in der Medizintechnik. Damals verwendete man noch hölzerne Hörrohre, die man den Patienten auf die Brust drückte. Heutzutage gibt es freilich technisch weitaus fortschrittlichere Varianten.
Das Stethoskop (oft fälschlicher Weise auch “Stetoskop” geschrieben) ist in der heutigen Medizin bei der Geräuschbeurteilung in Herz, Lunge und Darm mittlerweile ein unentbehrliches Untersuchungsinstrument. Hierfür werden vor allem akustische Stethoskope verwendet, welche die Geräusche im Körper verstärken und auf diese Weise besser hörbar machen. Sie bestehen aus Ohrbügel, Schlauch und Bruststück. Die Lautverstärkung entsteht mittels eines Membrans im Bruststück, der Geräusche aufnimmt und dadurch selbst in Schwingung versetzt wird. Über Luftschlauch und Ohrbügel werden die Schallwellen dann an das Trommelfell des Untersuchenden weitergeleitet. Durch den Druck des Anpressens des Stethoskops an den Körper können unterschiedliche Frequenzbereiche betont werden: bei geringem Druck werden höhere Geräuschfrequenzen besser hörbar, bei stärkerem Druck die niedrigeren.
Manche Hersteller bieten auch elektronische Stethoskope an, die den Schall elektronisch verstärken und auch Störgeräusche besser eliminieren. Mit diesen Geräten können Geräusche sogar aufgezeichnet und erneut abgespielt werden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die Aufzeichnungen an einen Computer zu Verarbeitung weiterzuleiten.





